Sozial-ökologische Vermögensanlage

Vermögensanlage und Anlage von Stiftungskapital

Die Anlage des Vermögens der GLS Treuhand sowie ihrer treuhänderisch verwalteten Stiftungen erfolgt nach sozial-ökologischen Kriterien. Das heißt, dass für alle Anlagen neben den klassischen Kriterien der Vermögensanlage (Rentabilität, Sicherheit, Liquidität) inhaltliche Kriterien der sozial-ökologischen Geldanlage gelten.


Mit der Vermögensanlage die Stiftungszwecke fördern

Sozial-ökologische Vermögensanlage

Mit einer sozial-ökologischen Vermögensanlage unterstützen wir gesellschaftliche Veränderungen auf der Grundlage sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Werte. Wir legen das durch uns verwaltete Vermögen dort an, wo es im vorgenannten Sinn wirksam ist. Beispiele sind Anlagen in regenerative Energien, Darlehen an soziale Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten oder Beteiligungen an Unternehmungen, die unserem Wertekanon entsprechen.

Dabei beschränken wir uns nicht auf die – mittlerweile klassischen – Negativkriterien, wie sie z.B. durch den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre formuliert sind. Die Vermögensanlage soll auch einen aktiven Beitrag leisten für eine sozial-ökologische gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung.

Wir sind bestrebt unser Vermögen weitestgehend direkt und nachvollziehbar anzulegen. Daher bevorzugen wir die direkte Anlage in ausgewählte Anleihen, Aktien, Beteiligungen oder Immobilien und investieren in Renten-, Aktien-, Immobilien- oder Mischfonds nur, wenn klar und eindeutig nachgewiesen ist, dass bei der Auswahl der Titel sozial-ökologische Kriterien verbindlich vorgeschrieben und dauerhaft kontrolliert werden.

Wir berücksichtigen die klassischen Grundlagen der Vermögensverwaltung: Wir achten auf eine sinnvolle Streuung zur Risikominimierung; wir streben einen angemessenen Ertrag an, um gemeinnützige Zwecke nachhaltig fördern zu können; wir treffen Vorsorge für Unvorhergesehenes, indem wir einen Teil unseres Vermögens in Anlagen investieren, die wir kurzfristig verkaufen können.

Um die vorgenannten Ziele in Einklang zu bringen beachten wir folgende Grundsätze:

  1. Grundstücke und Gebäude
    Wir investieren nur in Immobilien bzw. Immobilienfonds, die hohe soziale und ökologische Kriterien erfüllen und deren Geschäftsmodell nicht auf Wertsteigerungen bzw. Verkaufserlösen der gekauften Immobilien beruht. Wir kaufen keine Immobilien zu Spekulationszwecken.

  2. Beteiligungen und eigenkapitalähnliche Mittel
    Wir investieren in Unternehmen, die den von uns angestrebten Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen, vor allem in Klein- und mittelständische Unternehmen.

  3. Darlehen
    Wir vergeben Darlehen überwiegend an gemeinnützige Organisationen, im gewerblichen Bereich nur an sozial-ökologische Unternehmen.

  4. Wertpapiere und Fonds
    Wir erwerben überwiegend europäische Staatsanleihen oder Pfandbriefe, in geringerem Umfang auch Unternehmensanleihen und Aktien von Unternehmen, die unseren Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Wir investieren nur in nachhaltige Fonds, deren Nachhaltigkeitskriterien vergleichbar mit denen der GLS Bank sind.

  5. Für Sparbriefe, Festgelder und Girokonten nutzen wir ausschließlich Angebote sozial-ökologischer Banken, vorwiegend die der GLS Bank.


Risikorichtlinien der Vermögensanlage

Für die Sicherheit der Vermögensanlage beachten wir gewisse Obergrenzen je Anlageklasse und je Einzelengagement und bilden Pauschalwertberichtigungen um Vermögensausfälle kompensieren zu können.

I. Maximalvolumina

Anlageklasse

maximal

Grundstücke und Gebäude

33 %

Beteiligungen
(eigenkapitalähnliche Mittel)

33 %

Wertpapiere

50 % (davon max. 20 % Unternehmensanleihen)

Darlehen

33 %

Die oben genannten Grenzen können bei Kundenstiftungen auf Wunsch der Stifter*innen überschritten werden.

Für Einzelpositionen gelten folgende Maximalvolumina:

  • Eigenkapitalähnliche Mittel, Unternehmensanleihen sowie unbesicherte Darlehen: maximal bis zu 1% der Bilanzsumme
  • Besicherte Darlehen und Fonds: maximal bis zu 3% der Bilanzsumme
  • Beteiligungen der GLS Gruppe: bis maximal 5% der Bilanzsumme

Abweichungen von den o.g. Positionen können im Einzelfall durch den Anlagebeirat genehmigt werden.

II. Pauschalwertberichtigungen

Für eine ausreichende Vorsorge gegen Vermögensausfälle, bilden wir Pauschalwertberichtigungen auf unsere Vermögensanlage. Je nach Risikoklasse geht ein bestimmter Prozentsatz der Geldanlage in eine Risikorücklage. Beispiel: Bei einer Anlage in Höhe von 100.000 Euro in der Risikoklasse 3 gehen 5% (5.000 Euro) in die Risikorücklage. Sie bilden eine Sicherheit des verwalteten Vermögens für den Fall eines unerwarteten Wertverlustes.

Dafür klassifizieren wir jedes Einzelengagement einmal im Jahr anhand von fünf Risikoklassen, für die wir jeweils entsprechende Pauschalwertberichtigungen bilden.

Risikoklasse 1  (sehr sichere Anlage)

 0 %

Risikoklasse 2  (geringes Risiko)

 1 %

Risikoklasse 3  (moderates Risiko)

 5 %

Risikoklasse 4  (riskante Anlage)

10 %

Risikoklasse 5  (ausfallgefährdet)

Einzelwertberichtigung je nach Ergebnis

Dabei gilt, dass eigenkapitalähnliche Mittel, Unternehmensanleihen sowie unbesicherte Darlehen nicht niedriger als Risikoklasse 3 eingestuft werden. Die Pauschalwertberichtigungen können bei Kundenstiftungen auf Wunsch der Stifter*innen nicht gebildet werden.

Vermögensanlage der GLS Treuhand


Der Anlagebeirat

Die GLS Treuhand erhält jedes Jahr tausende Spenden und Schenkungen, kleine wie große Summen. Sie gründet Stiftungen und Stiftungsfonds, deren Kapital sie verwaltet. Die Bilanzsumme liegt bei mehr als 80 Millionen Euro. Das Geld legt die GLS Treuhand nach ethischen und nachhaltigen Kriterien an. Sie achtet immer darauf, dass Geld sinnvoll wirken kann.

Um diese Art der Vermögensanlage zu stärken, sie besser auf ihre einzelnen Stiftungen auszurichten, nutzt die GLS Treuhand einen fünfköpfigen Anlagebeirat. Diesem gehört ein erfahrener Vermögensberater der GLS Bank an, eine Vertreterin der Bewegungsstiftung sowie der Chefredakteur von Ecoreporter.de. Das Gremium trifft sich viermal jährlich. Es berät den Vorstand und entwickelt die Kriterien zur Anlage weiter.

Die Mitglieder sind:
Jörg Weber (Ecoreporter.de)
Marcus Pfingsten (GLS Gemeinschaftsbank eG)
Joachim Rang (GLS Treuhand e.V.)


Sozial-ökologische Geldanlage - in Zusammenarbeit mit der GLS Bank Sozial-ökologische Anlage

Wertschöpfung durch Schenkgeldschöpfung

Zum Bedeutungswandel von Stiftungen - ein Aufsatz von Lukas Beckmann

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