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Nachricht vom: 31.01.2012
Bundesregierung zeichnet Förderprojekt der Zukunftsstiftung Landwirtschaft aus
Vielfalt, Nachhaltigkeit und das Wirtschaften in Kreisläufen – für die Leiter der demeter-Gärtnerei Obergrashof in Dachau haben diese Ziele oberste Priorität. Dass es Julian Jacobs und Peter Stinshoff gelungen ist, diesen Anspruch auch auf den großflächigen, intensiven Anbau von Frischgemüse zu übertragen, ist ihr großer Verdienst. Für diese Leistung wurde ihr Bio-Betrieb am 27. Januar auf der internationalen Grünen Woche in Berlin von Landwirtschaftsministerin Aigner mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau 2012 ausgezeichnet.
Diese Auszeichnung freut uns besonders – denn die Forschung und Entwicklung neuer samenfester Gemüsesorten auf dem Obergrashof wird bereits seit vielen Jahren durch den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt.
Im Gegensatz zu den gängigen Hybridsorten können von Samenfesten Sorten fruchtbare Samen gewonnen werden – zur Weiterzucht oder zum weiteren Anbau. „Sorten sind Kulturgut“, so Julian Jacobs. „Sie müssen der Menschheit zur Verfügung gestellt werden. Nur so verhindern wir Abhängigkeiten und sichern unsere Nahrungsgrundlagen.“ Die von ihm entwickelten Sorten hat er auf den Verein Kultursaat e.V. übertragen, so dass sie von allen Interessierten genutzt werden können.
Auch für die Jury war das Züchtungsengagement wichtig: „Nachhaltigkeit und Vielfalt im Pflanzenbau ist für den Obergrashof untrennbar mit der Saatgutfrage verbunden. Als Gegenpol zur gängigen Hybridzucht im konventionellen Gemüsebau und der damit verbundenen Genverwaschung ist dem Obergrashof Erhalt, Zucht und Weiterentwicklung samenfester Gemüsesorten eine Herzensangelegenheit geworden. Er betreibt selber Saatgutvermehrung, Erhaltungs- und Eigenzucht mit mittlerweile mehreren Sortenzulassungen durch das Bundessortenamt (unter anderem Blumenkohl Sorte Odysseus und Kohlrabi, Sorte Rasko). Für die Jury ist das Pionierleistung im besten Sinne.“
Darüber hinaus ist auf dem Obergrashof auch eine Herde von Murnau-Werdenfelser Rindern zuhause. Diese bayerische Rinderrasse ist vom Aussterben bedroht. Durch Haltung und Zucht auf dem Obergrashof wird ein wesentlicher Beitrag zu ihrer Erhaltung geleistet.
Nicht zuletzt bedeutet Nachhaltigkeit für den Obergrashof auch, Wissen weiter zu geben: Ausbildung von fünf bis sechs Lehrlingen pro Jahr sind die Regel. Hinzu kommen 25 Vollzeitkräfte, mit deren Hilfe der Betrieb zum wichtigsten Lieferanten von demeter-Frischgemüse in der Region München aufgestiegen ist. Entsprechend fällt auch die Einschätzung von Peter Stinshoff aus: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser größter Schatz.“
Weitere Informationen zur Gärtnerei Obergrashof finden Sie in den Pressemitteilungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Obergrashof.

