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Nachricht vom: 09.03.2010

Das Saatgutmonopol

Die Anzahl der Patentanmeldungen im Bereich der konventionellen Pflanzenzüchtung steigt stetig an: 2008 machten diese Anträge bereits 25 % aller Patentanträge auf Saatgut und Pflanzen aus, während sie zwischen 2000 und 2002 noch unter 5 % lagen. Inzwischen haben die Global Player Monsanto, Syngenta und DuPont die Vorteile der Patentierung auch ohne Gentechnik entdeckt.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden vermehrt bereits existierende Methoden der konventionellen Züchtung für die Konzerne zur „erfinderischen“ Grundlage um die Anmeldung von Patenten voranzutreiben. Meist ist bei diesen Methoden der technische Beitrag jedoch so gering, dass er kaum als Innovation angesehen werden kann. Dennoch wurden im Bereich der konventionellen Züchtung inzwischen mehr als 70 Patente erteilt.

Bisher betrafen derartige Patente vorwiegend gentechnisch verändertes Saatgut, das in wenigen Regionen Europas angebaut wurde. Mit der Ausweitung der Patentansprüche auf konventionelles Saatgut werden Landwirte zukünftig einem völlig neuen Saatgutmonopol gegenüber stehen. Eine mögliche Änderung des Saatgutverkehrsgesetzes könnte die Eigentumsrechte der Saatgutkonzerne weiter stärken. Denn nach ihrem Willen sollen Sorten zukünftig durch genetische Marker identifizierbar und somit jederzeit und überall nachweisbar sein. Damit wären potentiell alle Sorten patentierbar.

Mehr zu diesem Thema können Sie in dem im Auftrag der internationalen Koalition „No Patents On Seeds“ erstellten Report „Saatgut und Lebensmittel - Zunehmenden Monopolisierung durch Patente und Marktkonzentration“ lesen.