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Nachricht vom: 09.03.2010
Zukunft säen–Vielfalt ernten
Saatgutkampagne für krisensicheres und samenfestes Saatgut jetzt online!
Unterschriftenaktion - machen Sie mit!
Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit hat die EU-Kommission 2008 begonnen, das EU-Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Die Änderungen sollen Ende 2010 in Kraft treten. Unter der Bezeichnung „Better Regulation“ will sie beim Saatgutrecht Bürokratie abbauen und die Gesetze vereinheitlichen. Zurzeit wird der Saatgutverkehr in der EU durch 12 Richtlinien geregelt, die in den EU-Ländern unterschiedlich umgesetzt werden. Eine Evaluation der jetzigen Gesetzgebung wurde privaten Firmen unter der Leitung des Consultingbüros „Arcadia“ übertragen, welches bereits mehrfach für die Gentechnik-Industrie tätig war. Seitdem die ersten Saatgutverkehrsgesetze in den 1960er Jahren verfasst wurden, hat sich der Saatgutmarkt zu einem internationalen Business entwickelt. Die zehn größten Saatgut-Konzerne kontrollieren inzwischen 67% des weltweiten Saatgutmarktes. Die führenden Saatgut- und Agrarchemiekonzerne – unter ihnen Bayer, Monsanto, Syngenta, Limagrain, BASF - üben auf die Änderungsvorhaben der EU entscheidenden Einfluss aus.
Die Saatgutkampagne fordert
- das Recht, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, nachzubauen und weiterzugeben;
- die Förderung regionaler Sortenvielfalt durch Unterstützung der Erhalter/innen und Züchter/innen biologischer Sorten;
- das Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft;
- keine Patente auf Pflanzen;
- ein neues Saatgutzulassungsverfahren, das GVO- und chemieintensive Sorten ausschließt;
- die Reduzierung des hohen Energieverbrauchs in der Landwirtschaft, der durch Einsatz von Industriesorten, Kunstdünger und Pestiziden, durch Monokulturen und weite Transporte entsteht.
