Blick in die Treuhand: 3 ½ Fragen an Louise Wächter

Seit etwas über 18 Jahren arbeitet Louise Wächter (folgend "LW") bei der GLS Treuhand. Ihr großes Handlungsmotiv ist beruflich wie privat das Helfen. In 3 ½ Antworten gibt Louise Wächter Einblicke in ihre besondere Tätigkeit und ihre Persönlichkeit.

 

Liebe Louise, wie bist Du zur GLS Treuhand gekommen?

LW: Gelernt habe ich Industriekauffrau. Später habe ich noch eine Ausbildung zur Sekretärin und dann auf dem zweiten Bildungsweg mein Abitur gemacht. Bevor ich zur Treuhand kam, habe ich einige Semester Lehramt studiert und ich war dann circa 13 Jahre als Lehrerin in der Erwachsenenbildung tätig. 2002 habe ich mit einer halben Stelle als Schreibkraft hier angefangen. Ich habe Briefe vom Band geschrieben und ab und zu in der Zukunftsstiftung Bildung ausgeholfen. Nach sechs Monaten habe ich meine langjährige Arbeit im Vorstandssekretariat aufgenommen. Vor acht Jahren wurde mir eine Auszeit gewährt und ich habe ein weiterbildendes Studium zur Mediatorin gemacht.

AR: Heute bist Du Ansprechpartnerin für zwei sehr spezielle Fonds. Was macht Deine Arbeit so besonders?

LW: Seit 2014 betreue ich unsere Fonds „Menschen in Not“ und den „Studienfonds“. Der Fonds  Menschen in Not unterstützt Menschen in verschiedensten Notlagen. Viele erfahren über Sozialarbeiter, Ärzte oder unsere Webseite von uns. Die Hilfesuchenden nehmen mit mir Kontakt auf, schildern und belegen ihre Probleme und wir entscheiden in einem Gremium über die Anträge. Manchmal brauchen die Menschen auch gar kein Geld. Ein ausführliches Telefongespräch reicht oft schon als Hilfe. Den Menschen zuhören und vielleicht ein paar Ermutigungen und Tipps geben, um das Leben wieder besser in den Griff zu bekommen, sind oft wichtiger als Geld. Für mich habe ich als Ziel: Die Menschen sollen nach dem Telefonat wieder Perspektiven haben und eben ihre Sichtweise positiv verändern. Deshalb hatte ich mich im letzten Jahr auch entschlossen, eine Ausbildung zur Trainerin Resilienz zu machen.
Aus dem Studienfonds werden Menschen unterstützt, die noch eine Ausbildung oder Studium machen möchten, welche öffentlich nicht gefördert werden. Entweder sind sie nicht mehr im typischen Studentenalter oder sie haben schon ein Studium hinter sich und bekommen deshalb keine Bafög mehr. Meine Arbeit gibt mir das Gefühl, dass ich noch vielen Menschen helfen kann.

AR: Deine Leidenschaft, Menschen zu helfen, nimmt auch in Deinem Privatleben einen großen Platz ein. Magst Du mir davon erzählen?

LW: Vor gut vier Jahren hatten wir einen Praktikanten aus dem Irak in der Treuhand. Über ihn habe ich viele Geflüchtete kennengelernt. Von da an war ich mehrmals die Woche in zwei Erstaufnahmeeinrichtungen und habe bei verschiedenen Anliegen geholfen: Wohnungen suchen und einrichten, Begleitung bei Arztbesuchen, Praktikums- und Ausbildungsplätze vermitteln sowie Sprachunterricht für die Geflüchteten, die noch keinen offiziellen Sprachkurs besuchen durften. Mittlerweile habe ich weniger Kontakt zu denjenigen, denen ich geholfen habe – idealerweise, weil die Geflüchteten jetzt unsere Sprache beherrschen und Vieles selbstständiger regeln können. Nur wenn sie gar nicht weiterkommen, melden sie sich und bitten um Hilfe. Seit einigen Monaten kenne ich eine junge Frau aus Eritrea. Sie versorge ich mit Kinderbüchern, weil diese einfacher zu verstehen sind. Ab und zu reden wir ein bisschen, um die deutsche Sprache zu verinnerlichen.

AR: Eigentlich wollte ich nur drei Fragen stellen, aber diese halbe kann ich mir nicht verkneifen. Was machst Du neben Deinen zahlreichen Aufgaben, um auszuspannen?

LW: Ich fahre möglichst jeden zweiten Tag Fahrrad, gut 25 Kilometer. An besonders schönen Orten halte ich an und mache Fotos von der schönen Natur. Früher habe ich viel gemalt, aber dafür fehlt mir gerade noch die innere Ruhe.  

Danke für das Gespräch, liebe Louise!

 

 

 

Ihr Kontakt

MITARBEITERIN KOMMUNIKATION

Alice Redhardt


+49 (0)234 5797-5534
alice.redhardt@gls-treuhand.de

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